Kommunale Kriminalprävention (KKP) in Aus- und Fortbildung von Polizei und Verwaltung

Am 1. Juni 2017 trat das neue Gesamtkonzept "Kommunale Kriminalprävention (KKP) im Land Brandenburg" in Kraft. Ein wichtiges Ziel aus dem gleichnamigen Eckpunktepapier war, die Mitarbeiter/innen von Polizei und Verwaltung in diesem bedeutenden Themenfeld zu schulen. Hierdurch sollten Fachkenntnisse wie gegenseitiges Verständnis füreinander aufgebaut, eine bessere Zusammenarbeit geschaffen sowie eine effektive Präventionsarbeit vor Ort gewährleistet werden. Kriminalität und Unsicherheitsgefühle vor Ort gemeinsam mit allen dafür Verantwortlichen abzubauen, steht im Mittelpunkt von KKP. Um Kriminalprävention jedoch erfolgreich gestalten zu können, müssen die Maßnahmen der vor Ort handelnden Akteure aufeinander abgestimmt sein. Nach knapp zwei Jahren ist es an der Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen. Was hat sich auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung getan? 


Im Jahr 2017 entwickelten für den Bereich Polizei Experten aus Theorie und Praxis eigens für die Thematik ein Aus- und Fortbildungskonzept der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg (FHPol)*. Im Anschluss wurden die Themen „Kommunale Kriminalprävention (KKP) und Sicherheitspartner (Sipa)“ sowohl in den Unterricht der Auszubildenden und Studierenden als auch in die Weiterbildung von zum Beispiel erfahrenen Mitarbeitern und Führungskräften der Revierpolizei sowie Prävention aufgenommen. Dabei sind die Inhalte und Lehrmethoden vielfältig und richten sich nach der Zielgruppe. Ob die Vermittlung von Grundsätzen der Kriminalprävention und Aufgaben der Sicherheitspartner durch Lehrgespräche im mittleren und gehobenen Dienst oder die Festigung bereits vorhandener Kenntnisse in Form von Workshops, Gruppenarbeiten und Vorträgen externer Referenten (Projekt "Sichere Adresse Neuenhagen) im Masterstudiengang und bei Lehrgängen, das Angebot ist bedarfs- und praxisorientiert ausgelegt. 

Seminar KKP 2

Für die Qualifizierung des Verwaltungspersonals konnte der Bildungsträger „Niederlausitzer Studieninstitut für kommunale Verwaltung (NLSI)“ als Kooperationspartner gewonnen werden. Mit fünf Landkreisen (Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße) sowie den beiden kreisfreien Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) deckt der Zweckverband ein Drittel der kommunalen Bildung des Landes Brandenburg ab. Seit Beginn 2018 führt die Kriminologin Maria Dzierzon, die sich im Bereich „KKP“ spezialisierte (siehe Fachartikel) halbtägige Lehrveranstaltungen durch. Dabei konnten bereits sechs Klassen der Lehrgänge „Verwaltungsfachangestellte/r (VFA)“ und ein Fortbildungslehrgang zur/zum Verwaltungsfachwirt/in erreicht werden. In der kurzen Zeit geht es vor allem darum, dass die Teilnehmer/innen eine grundsätzliche Vorstellung vom Thema erhalten, die wichtigsten Formen der Zusammenarbeit in Brandenburg kennen und wissen, wo sie sich bei Bedarf informieren können. Die Bedeutung von KKP sowie die Vorteile der Vernetzung werden unter anderem durch Praxisbeispiele oder Gruppenarbeiten mit anschließenden Diskussionsrunden verdeutlicht.

 
Dieser Einblick in die Tätigkeiten auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung von Polizei und Verwaltung zeigt nur einen kleinen Ausschnitt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unbenommen sind die zahlreichen Fachtagungen, Konferenzen und weiteren Bemühungen vor Ort, um das wichtige Thema voranzutreiben. Auch in Zukunft soll das Angebot der Aus- und Fortbildung aufrechterhalten und bei Bedarf sowie je nach Kapazität ausgebaut werden. Denn die Grundidee ist, Akteure, die etwas zur örtlichen Sicherheit und Prävention beisteuern können, zusammenzubringen, um Lösungen für Probleme zu erarbeiten und umsetzten. Kriminalität ist vielfältig, hat gesellschaftliche, individuelle, soziale und situative Ursachen. Daher muss Kriminalprävention als Aufgabe der Gesamtgesellschaft verstanden werden. Dafür und für den Mehrwert, der sich aufgrund der Vernetzung professioneller Hintergründe mit ihren unterschiedlichen Aufgaben, Zuständigkeiten und beruflichen Erfahrungen ergibt, bedarf es jedoch Hintergrundwissen. Die beschriebenen Bemühungen können dazu einen Beitrag leisten.

 

seit 21.06.2019 neue Bezeichnung „Hochschule der Polizei“

Letzte Aktualisierung: 28.06.2019